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Geldstrafe nach Kappung

Gekappte Eiche vor dem Rohbau. Die Höhe der Nivellierlatte beträgt vier Meter.
Dieser Beitrag wurde am 15. April 2016 veröffentlicht und ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

Im Dezember 2015 schädigte ein Bauherr in Pöttmes, Landkreis Aichach-Friedberg, eine etwa 150 Jahre alte Eiche (Quercus robur) auf Gemeindegrund. Äste und Stämmlinge des einst 20 bis 25 Meter hohen Gehölzes ragten über einen Weg zum gerade im Bau befindlichen Hauses des Angeklagten. Der Baum mit einem Stammdurchmesser von 105 Zentimeter wurde in etwa sechs Meter Höhe gekappt. Durch die Kappung ist ein Totalschaden entstanden.

Bei der Eiche wurde die komplette Krone entfernt. Ohne Rücksicht auf den Habitus […] wurden Äste und Stämmlinge im Starkastbereich entfernt. […] Zu sehen ist nur noch ein Baumtorso ohne Zweige und ohne Blätter bzw. Knospen. Mit einem Baum hat ein solcher Anblick nicht mehr viel gemein. Die Maßnahme hat den Baum komplett zerstört.

(Auszug aus dem Gutachten von Baumsicht)

Der Angeklagte sollte zunächst eine Geldstrafe von 7200 Euro bezahlen. Darauf legte er Widerspruch ein. Der Fall wurde vor dem Amtsgericht Aichach verhandelt. Der Bauherr gab die Tat zu und muss nun nur noch 5400 Euro in 90 Tagensätzen zu 60 Euro bezahlen. Über die Gründe der Baumschädigung gab es verschiedene Aussagen. Einmal war es die Angst, der Baum könne bei einem Sturm umstürzen, ein anderes Mal stellte man fest, dass die Äste beim Bau im Weg waren. Das Gericht betonte, dass der Schaden am Baum weder durch eine Neupflanzung noch durch die Geldzahlung beglichen werden kann.

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