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Bewährungsstrafe für Baumeigentümer 

Ein Baumeigentümer aus Westernkappeln bei Osnabrück wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr zu einer dreimonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt, nachdem ein Baum von seinem Grundstück auf ein vorbei fahrendes Auto stürzte.

Linde zerbrach bei Sturm

Im März 2015 zerbrach eine auf dem Grundstück des Angeklagten stehende Linde. Der Baum stürzte auf die Straße und begrub ein vorbei fahrendes Fahrzeug. Der Fahrer wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Zum Unfallzeitpunkt zog das Sturmtief Niklas über die Region.

Brandkrustenpilz und Fäule

Im Mai 2013 hatte ein Sachverständiger festgestellt, dass der Baum wegen Befall mit Brandkrustenpilz und anschließender Fäule gefährlich sei und innerhalb von acht Wochen gekappt oder gefällt werden sollte. Vor dem Amtsgericht in Tecklenburg war man sich allerdings nicht einig, ob der Angeklagte das Gutachten erhalten hat. Lediglich über die Kosten habe man diskutiert.

Unfall in Kauf genommen

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe in Höhe von 20 Tagesätzen zu 35 Euro, die Verteidigung verlangte einen Freispruch. Das Gericht hingegen glaubte dem Angeklagten nicht und sah den Unfall billigend in Kauf genommen, zumal die Gefahr zwei Jahre lang bestand.

Die Strafe ist auf Bewährung angesetzt, zudem muss der Angeklagte 2000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Keine höhere Gewalt

Höhere Gewalt, wie sie bei Stürmen ab Windstärke 8 vorliegt, ist nach diesem Urteil zumindest dann nicht gegeben, wenn der Baum vorgeschädigt war und der Baumeigentümer dies wusste. Lassen Sie demnach Ihre Bäume regelmäßig von einem Baumsachverständigen kontrollieren und setzen Sie etwaige Maßnahmen auch zeitnah um.

Quelle: „Unfall billigend in Kauf genommen“