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Stadt haftet für Schaden nach Astabbruch

HAMM. Im Mai 2012 brach der Ast einer Linde in Dortmund ab und krachte auf das Dach eines abgestellten Autos. Der Eigentümer verklagte die Stadt auf 4700 Euro Schadensersatz, da diese den Baum nicht ausreichend kontrolliert habe. Das Landgericht Dortmund wies die Klage ab.

Das Oberlandesgericht Hamm gab dem Kläger nun aber Recht:

„Zur Abwehr der von Bäumen ausgehenden Gefahren habe eine Stadt diejenigen Maßnahmen zu treffen, die zum Schutz gegen Astbruch und Windwurf erforderlich seien, wobei diese unter Berücksichtigung des umfangreichen Baumbestandes der öffentlichen Hand auch zumutbar sein müssten. In der Regel genüge eine in angemessenen Abständen ordnungsgemäß durchgeführte Sichtprüfung. Eine eingehendere fachmännische Untersuchung sei aber vorzunehmen, wenn es konkrete Anhaltspunkte für eine mangelhafte Stabilität des Baumes gebe.“

Diese „konkreten Anhaltspunkte“ sah ein Sachverständiger durch einen ungünstigen windexponierten Standort, eine „kopflastige Krone“, mangelnde Vitalität mit viel Totholz und einen Stammschaden.

Das Urteil vom 31.10.2014 ist rechtskräftig (11 U 57/13).

via olg-hamm.nrw.de