Dieser Beitrag wurde am 9. Januar 2017 veröffentlicht und ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

In Hohenschwangau, unterhalb von Schloss Neuschwanstein, wurde eine Fichte (Picea abies) untersucht. Am Stammfuß waren alte Pilzfruchtkörper des Hallimasch zu erkennen. Weiter oben am Stamm konnte mit dem Schonhammer ein Hohlklang festgestellt werden, zu dem zeigte sich an einer Stelle Harzfluss. Im Stammbereich konnte zwischen Wurzelanläufen eine Höhlung mit Fäule im Stammesinneren freigelegt werden. Die Öffnung ist etwa 25 Zentimeter breit und etwa 40 Zentimeter hoch. Der Holzkörper im Inneren ist bereits stark zersetzt.

Der etwa 25 Meter hohe Baum wurde mit einer Schalltomographie in zwei Ebenen untersucht.

Der am Stammfuß befindliche Hohlraum mit Fäule hat sich weit in den Stamm der Fichte ausgebreitet. Wie in den Tomogrammen zu erkennen ist, verfügt die Fichte im Bereich der Sensoren 2 bis 4 der ersten Messung über kaum Restwandstärke. Etwa 67 % der Oberfläche sind faul oder hohl.
Im zweiten Tomogramm zeigt sich ein ähnliches Bild, dort sind 77 % des Querschnittes betroffen. Zwischen den Sensoren 2 bis 4 sowie 7 und 8 ist die stärkste Ausdehnung der Fäule/Höhlung sichtbar. Bei den Sensoren 7 und 8 befindet sich die Öffnung zwischen den Wurzelanläufen. Im Bereich 9 bis 2 ist ein starkes Kompensationswachstum zu erkennen, welches jedoch leider nicht ausreichend ist um die Schäden im unteren Stamm- und Stammfußbereich auszugleichen.

Die eingehende Untersuchung bedeutet in diesem Fall leider das Ende eines schönen Baumes. Immerhin gibt es durch die Schalltomograhie die Gewissheit, dass eine Fällung notwendig ist.