Anfang April haben wir in unserem Wald im Allgäu rund 100 junge Bäume gepflanzt.
Kein Großprojekt, keine Maschinen – einfach mit Spaten, Zeit und dem Ziel, den Wald ein Stück besser zu machen.
Ausgangslage: viel Fichte, aber auch Potenzial
Die Fläche liegt auf rund 800–830 m Höhe, mit Westexposition und ausreichend Niederschlag.
Typisch für die Region: viel Fichte.
Aber:
Der Wald kann mehr.
Zwischen den Fichten wächst bereits Naturverjüngung aus Buche, Fichte, Birke, Eberesche, Berg-Ahorn und Pappel. Genau darauf haben wir aufgebaut.
Die Idee: nicht alles neu – sondern gezielt ergänzen
Statt alles umzubauen, haben wir den Wald weiterentwickelt.
Gepflanzt wurden verschiedene Baumarten, die den Bestand sinnvoll ergänzen:
- Weißtanne
- Douglasie
- Lärche
- Kiefer
- Küstentanne (Abies grandis)
Also keine Monokultur, sondern eine Mischung mit Zukunft.
Kein Raster, kein Schema – sondern Gefühl für den Standort
Gepflanzt wurde dort, wo es Sinn macht:
- Lichtbaumarten in die offeneren Bereiche
- andere Arten in die geschützteren Zonen
Mit großzügigen Abständen, damit sich jeder Baum gut entwickeln kann.
Jeder Baum bekommt Platz – und damit eine echte Chance.
Warum das Ganze?
Ganz einfach:
Ein gemischter Wald ist robuster.
- stabiler bei Sturm
- weniger anfällig für Käfer
- besser vorbereitet auf Trockenheit
- insgesamt widerstandsfähiger
Oder kurz gesagt:
Ein Wald, der bleibt.
Die kleinen Experimente
Ein paar Bäume sind bewusst „zum Ausprobieren“ dabei.
Die Küstentanne (Abies grandis) zum Beispiel.
Nur wenige Stück – aber spannend zu sehen, wie sie sich entwickelt.
Auch eine Esskastanie wächst bereits auf der Fläche überraschend gut.
Direkt daneben wurde noch eine Elsbeere gepflanzt – eher selten, aber genau solche Arten machen den Wald langfristig vielfältiger und wertvoller.
Manchmal lohnt es sich eben, Dinge einfach zu testen.
Der schönste Teil
Am Ende geht es nicht nur um Zahlen oder Baumarten.
Es geht darum, draußen zu sein, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen und zu wissen:
Hier wächst jetzt etwas, das bleibt.
Und ja – es dauert.
Aber schon in ein paar Jahren wird man sehen, was daraus wird.
Und in 10, 20 Jahren erst recht.
Fazit
100 Bäume verändern nicht die Welt.
Aber sie verändern diesen einen Ort.
Und genau so fängt es an.
