Die ersten zwei abgestorbenen Birken (Betula pendula) habe ich im Herbst 2014 in Gilching in der Nähe von München gesehen. Ich habe nach der Fällung die beiden Baumstümpfe fotografiert und mir ansonsten nichts weiter dabei gedacht. Im Sommer 2015 habe ich an Birken in Dachau schwarzen Ausfluss am Stammfuß entdeckt. Recherchen führten zu einem Beitrag von Jörg Schumacher et al., in dem auch die „exsudierenden Rindennekrosen“ beschrieben werden. Ursächlich für die Symptome, die bereits 2003 bis 2005 beobachtet wurden (vor meinem Studium), sind extreme Witterungen. 2002 war es zu nass, anschließend deutlich zu trocken („Jahrhundertsommer„). Durch die Nässe waren die Birken bereits geschwächt, die anschließende Trockenheit führte dann zu einem weiteren Vitalitätsverlust bis zum Absterben. 

Wir haben darauf die Niederschlagsmengen für München von 2002 bis 2015 ausgewertet. Der Sommerniederschlag weicht vom langjährigen Mittel ab. Meist regnete es zu wenig, in einigen Jahren dann wiederum zu viel. Diese Kombinationen von bestimmten Witterungen sind für die Birken leider schlecht.

Niederschlagsmengen München, Abweichung vom langjährigen Mittel (Grafik: Jan Feigl)

Dass das Phänomen inzwischen weit verbreitet ist, zeigt nun ein aktueller Artikel beim Baumpflegeportal. Bei neu auftretenden Krankheiten oder Schadsymptomen ist es oft so, dass viele entsprechende Beobachtungen bei ihrer täglichen Arbeit machen. Irgendwann sind es so viele, dass die Symptomatik als neu und etabliert gelten kann. In diesem Fall ist es keine neue Erkrankung, sondern Symptome, die bei entsprechender Witterung auftreten. Wie aber im vorher genannten Artikel beschrieben wird, müssen wir durch den Klimawandel wohl öfter mit solchen Schäden rechnen.