Um Entscheidungen zu treffen, müssen Krankheitsbilder richtig eingeordnet werden. Dieser Artikel gibt eine kurze Übersicht über Symptome und Handlungsempfehlungen bei aktuellen Krankheiten und Schädlingen. Bei Unsicherheit sollte ein Experte (→Kontakt) hinzugezogen und ggf. Proben zur Untersuchung eingeschickt werden. (Titelbild: Eschentriebsterben). Dieser Beitrag wurde am 18. August 2014 veröffentlicht und am 06. August 2017 aktualisiert.

Eschentriebsterben

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Rindenverfärbung bei Eschentriebsterben

Auslöser: Chalara fraxinea
Symptome: Tote bzw. absterbende Äste vor allem in der äußeren und oberen Krone. Bei jungen Trieben charakteristische Verfärbungen. Erkrankung verläuft meist über längeren Zeitraum, es kommt immer wieder zu Totholzbildung und Neuaustrieben und dadurch zu Verbuschungen in der Krone. Stammfußnekrosen.
Verbreitung: große Teile von Europa
Baumarten: Esche, vor allem Fraxinus excelsior
Handlungsempfehlung: Verlauf beobachten, ggf. halbjährliche Kontrolle. Totholz entfernen (Verkehrssicherheit), Fällung nur bei starkem Befall, Stammfußnekrosen oder Absterben des Baumes.
Besonderheiten: Einige Bäume anscheinend resistent.


Kastaniensterben

Pseudomonas an Kastanie

Auslöser: Pseudomonas syringae pv. aesculi
Symptome: schwarzer Ausfluß an Stamm und Ästen („blutende“ Stellen), später schwarze Kruste. Stamm- und Astrisse, Laubaufhellungen, Welkeerscheinungen und Absterben von Ästen. In der Folge Besiedelung durch holzzerstörende Pilze, vor allem Austernseitling und Samtfußrübling.
Verbreitung: Mittel- und Teile Nordeuropas, in Deutschland starke Ausbreitung im nördlichen Teil, insbesondere Ruhrgebiet, Hamburg, Schleswig-Holstein.
Baumarten: Aesculus hippocastanum und A. carnea (Gemeine und Rotblühende Rosskastanie), A. flava und pavia selten.
Handlungsempfehlung: Standort verbessern. Schnittwerkzeuge desinfizieren. Befallenes Material fachgerecht entsorgen (geschlossener Transport, Verbrennung oder Heißkompostierung). Bei Verdacht Labortest und Info an Pflanzenschutzamt (Alert List EPPO). Bei Gefährdung der Verkehrssicherheit Fällung, sonst Verlauf beobachten.


Buchenspringrüssler

Blatttschäden durch Buchenspringrüssler

Blattschäden durch Buchenspringrüssler

Auslöser: Rhynchaenus fagi
Symptome: Lochfraß und Miniergänge in den Blättern, abgestorbene Blattbereiche. Bei starkem Befall Kronenverlichtung.
Baumart: Buche (Fagus sylvatica)
Handlungsempfehlung: Massenvermehrung vor allem im forstlichen Bereich, dort durch verringerte Blattmasse Zuwachseinbusen. Bei Stadtbäumen meist rein ästhetisches Problem, keine Maßnahmen nötig.


Kastanienminiermotte

Blattschäden durch Kastanienminiermotte

Blattschäden durch Kastanienminiermotte

Auslöser: Cameraria ohridella
Symptome: Miniergänge in den Blättern, Blattverbräunung, früher Laubfall (im August)
Verbreitung: Mitteleuropa
Baumart: Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum), sehr selten an Ahorn oder anderen Kastanienarten
Handlungsempfehlung: Standortverbesserung, Laub im Herbst entfernen und entsorgen.


Massaria

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Schwarze Sporenbildung auf Astoberseite

Auslöser: Splanchnonema platani
Symptome: Totholz in der unteren Krone, Nekrose auf Astoberseite (anfangs rötlich-violette Verfärbung, später schwarz), im Stammquerschnitt tortenstückartige Verfärbung.
Verbreitung: Mitteleuropa, vor allem warme Gebiete und urbane Bereiche
Baumarten: Platanen
Handlungsempfehlung: tote Äste entfernen, Standort verbessern (Trockenstress vermeiden), regelmäßige Kontrollen


Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner

Raupen des Eichenprozessionsspinners

Auslöser: Thaumetopoea processionea
Symptome: in Reihen ziehende Rauben an Stamm und Äste, Nester, Fraßschäden an Blättern (Rippen bleiben stehen)
Verbreitung: bundesweit, vor allem aber in wärmeren Gebieten
Baumarten: Eichen, gelegentlich Ahorn, Hainbuche
Handlungsempfehlung: Vorbeugend durch Spritzen oder Absaugen von Raupen und Gespinstnester (nur von geschulten Fachleuten), befallene Areale ggf. beschildern
Besonderheiten: Brennhaare der Raupen können – auch noch nach Jahren (Laub, Nester) – Allergien auslösen.


 

 Absterbeerscheinungen an Birke

Schwarze Flecken

Auslöser: ungünstige Witterung (zu trocken und zu naß)
Symptome: schwarzer Ausfluss am Stamm später schwarze Kruste. Abnehmende Vitalität mit Absterbeerscheinungen in der Krone bis zum Absterben des ganzen Baumes.
Baumarten: Betula pendula
Handlungsempfehlung: Standort verbessern. Bei Gefährdung der Verkehrssicherheit Fällung, sonst Verlauf beobachten.


Rindenschäden und Absterbeerscheinungen an Hainbuche (Cytospora-Krebs)

Ähnliche Symptome an Ahorn

Auslöser: Cytospora decipiens
Symptome: Rindenschäden und rote Schleimabsonderungen am Stamm, annehmende Vitalität, Absterben
Verbreitung: Italien, Süddeutschland, Südfrankreich
Baumarten: Carpinus betulus (evtl. weitere Baumarten)
Handlungsempfehlung: ausreichende Wasserversorgung, Desinfektion von Schnittwerkzeugen und Entsorgung des Schnittmaterials


Spätfrostschäden

Abgestorbenes Laub an Kastanie

Auslöser: Frost nach Blattaustrieb
Symptome: Abgestorbene Blätter
Handlungsempfehlung: keine notwendig, etwaige abgestorbene Triebe zurückschneiden