Internationale Fachvorträge, persönliche Begegnungen und eine außergewöhnliche Kulisse: Anfang Oktober fand die QGIS User Conference 2026 in Laax in der Schweiz statt.
Mehr als 420 Teilnehmende aus über 30 Ländern und fünf Kontinenten kamen vom 4. bis 9. Oktober 2026 in Laax zusammen. Im Mittelpunkt standen die beiden Konferenztage am 5. und 6. Oktober mit rund 90 Vorträgen und sechs Keynotes. Veranstaltungsort war das Galaaxy auf dem Crap Sogn Gion, auf 2.222 Metern Höhe und mit beeindruckendem Blick auf die Schweizer Alpen.
Die Konferenz bot Gelegenheit, aktuelle Entwicklungen rund um QGIS kennenzulernen, sich mit der internationalen Open-Source-Gemeinschaft auszutauschen und über den eigenen fachlichen Anwendungsbereich hinauszublicken.
Sonntag: Mit dem Mountainbike zur Rheinschlucht
Bereits der Sonntag stand im Zeichen der außergewöhnlichen Umgebung. Vor dem offiziellen Konferenzbeginn ging es mit dem Mountainbike zur Rheinschlucht, die mit ihren steilen Felswänden und eindrucksvollen Landschaften zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Region gehört.
Anschließend führte der Weg direkt mit dem Fahrrad zur Registrierung in Laax. Dort gab es neben den Konferenzunterlagen auch ungewöhnliche Namensschilder: wir erhielten individuell gestaltete Holz-Badges mit Bergmotiven und Höhenlinien. Ein passender Auftakt für eine GIS-Konferenz in den Alpen.
Montag: Neue Perspektiven auf Open Source
Der erste Konferenztag begann früh mit einem Fußweg vom Campingplatz durch den Wald zur Talstation der Seilbahn. Besonders interessant waren zwei Vorträge, die weit über die technische Anwendung von QGIS hinausgingen.
In „From Niche to Norm: Switzerland’s Open Source Turn“ ging es um die zunehmende Bedeutung von Open-Source-Software in der Schweiz. Dabei wurde deutlich, welche Rolle offene Software für die digitale Souveränität und die Unabhängigkeit von einzelnen Technologieanbietern spielen kann.
„Maps as Instruments of Power“ beschäftigte sich mit der gesellschaftlichen und politischen Wirkung von Karten. Karten bilden die Realität nicht einfach neutral ab, sondern beeinflussen durch die Auswahl, Gewichtung und Darstellung von Informationen auch unsere Wahrnehmung der Welt. Ein interessanter Perspektivwechsel für alle, die regelmäßig mit Geodaten arbeiten.
Daneben bot das umfangreiche Programm zahlreiche weitere Vorträge zu QGIS, neuen Technologien und praktischen Anwendungen. Die Themenvielfalt zeigte, wie breit das Geoinformationssystem inzwischen eingesetzt wird und wie lebendig die internationale Entwickler- und Anwendergemeinschaft ist.
Am Abend folgte das gemeinsame Konferenzdinner. Die internationale Zusammensetzung der Teilnehmer sorgte für interessante Gespräche, einen unterhaltsamen Abend und zahlreiche Begegnungen abseits der Fachvorträge. Den Abschluss bildete die nächtliche Fahrt mit der Seilbahn zurück ins Tal.
Dienstag: Sonnenaufgang, Bergwanderung und kartografisches Storytelling
Auch der zweite Konferenztag begann früh. Bereits vor Sonnenaufgang ging es mit der Seilbahn wieder auf den Berg. Vor Beginn der Vorträge blieb noch Zeit für eine kleine Wanderung in der hochalpinen Umgebung.
Gerade diese Verbindung aus Natur und Fachveranstaltung machte die QGIS User Conference in Laax besonders. Wo sonst zwischen Vorträgen meist nur ein kurzer Spaziergang durch ein Konferenzzentrum möglich ist, eröffnete sich hier eine beeindruckende Berglandschaft.
Ein besonders interessanter Vortrag des zweiten Tages war „Covering the News in Maps and Charts – Cartographic Storytelling at the Financial Times“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Karten und Datenvisualisierungen im Journalismus eingesetzt werden, um komplexe Sachverhalte verständlich und anschaulich darzustellen.
Der Vortrag zeigte eine weitere Facette der Geoinformationsverarbeitung: Neben der klassischen Erfassung und Analyse räumlicher Daten spielt auch deren verständliche und ansprechende Vermittlung eine wichtige Rolle.
Mit weiteren Fachvorträgen und einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung gingen die beiden Konferenztage schließlich zu Ende. Der stehende Applaus zum Abschluss zeigte die Wertschätzung der Teilnehmenden für die Organisatoren und die gelungene Veranstaltung.
Eine internationale Gemeinschaft
QGIS ist längst weit mehr als ein kostenloses Geoinformationssystem. Hinter der Software steht eine weltweite Gemeinschaft aus Entwicklern, Unternehmen, Behörden, Forschungseinrichtungen und Anwendern.
Diese internationale Zusammenarbeit war in Laax unmittelbar erlebbar. Neben den Fachvorträgen bot die Konferenz zahlreiche Möglichkeiten zum persönlichen Austausch – auch mit Menschen, die unmittelbar an der Entwicklung der Software beteiligt sind.
Für Baumsicht ist QGIS seit Firmengründung ein zentraler Bestandteil der täglichen Arbeit. Auf dieser Grundlage entwickeln wir mit Treesta eine eigene Lösung für die digitale Baumkontrolle und Baumkatasterführung. Die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen wie der QGIS User Conference bietet deshalb nicht nur fachliche Anregungen, sondern auch Einblicke in die zukünftige Entwicklung der Software.
Nach den beiden Konferenztagen folgten weitere Veranstaltungen. Am Mittwoch standen Workshops und der QField Day auf dem Programm. Vom 7. bis 9. Oktober trafen sich zudem Entwickler und weitere Mitwirkende zum QGIS Contributor Meeting.
Von der Konferenz in den Schweizer Herbst
Für mich endete der Aufenthalt in der Schweiz nicht mit der Konferenz. Im Anschluss ging es weiter auf eine Reise durch die Schweizer Bergwelt – mit Wanderungen in einsamen Tälern, hochalpinen Landschaften und schließlich auch dem ersten Schnee.
So wurde aus der QGIS User Conference nicht nur eine fachlich interessante Veranstaltung, sondern auch der Auftakt zu einer abwechslungsreichen Reise durch die Schweizer Alpen.
Die QGIS User Conference 2026 überzeugte durch ein vielseitiges Fachprogramm, eine internationale und offene Gemeinschaft sowie einen außergewöhnlichen Veranstaltungsort.
Besonders interessant war die thematische Bandbreite: von der digitalen Souveränität durch Open Source über die gesellschaftliche Bedeutung von Karten bis hin zur kartografischen Aufbereitung von Nachrichten.
Die Verbindung aus persönlichem Austausch, aktuellen Entwicklungen im QGIS-Ökosystem und der beeindruckenden alpinen Landschaft machte die Tage in Laax zu einem besonderen Erlebnis.
Weitere Informationen: QGIS User Conference 2026
Beitragsbild von QGIS User Conference 2026 Chair (CC BY-NC)
