Riesenporling nach Baumaßnahme

In einem Privatgarten tauchten Pilzfruchtkörper des Riesenporlings (Meripilus giganteus) an einer Buche (Fagus sylvatica) auf. Der Pilz befällt und zersetzt Wurzeln und tritt dann als großer Fruchtkörper meist am Stammfuß in Erscheinung. Vorallem Buchen reagieren sehr empfindlich auf Beeinträchtigungen im Wurzelbereich. Der Baum hat aber noch eine gute Vitalität und zeigt sonst keine Beeinträchtigungen. Da das Wohnhaus aber erst vor einigen Jahren um den Baum herum gebaut wurde, konnten Wurzelverletzungen durch die Baumaßnahme nicht ausgeschlossen werden. 

Die Wind- und Neigungsmessungen fanden in einem Zeitraum von fast 24 Stunden statt. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor Sturmböen bis 85 km/h. In der Nähe wurden Werte bis etwa 60 km/h gemessen.

Ausreichend Sicherheit

Der Sicherheitsfaktor liegt bei einem Neigungssensor (Anbringung beim Pilzfruchtkörper) bei einer Windgeschwindigkeit von 120 km/h bei 2,38. Bei 140 km/h beträgt der Faktor 1,75, bei 160 km/h 1,34. Der Korrelationskoeffizient ist 0,7967.
Der zweite Sensor hat einen Sicherheitsfaktor von 3,21 bei 120 km/h, von 2,36 bei 140 km/h und bei 1,81 bei 160 km/h. Der Korrelationskoeffizient ist 0,7313.

Es zeigt sich ein niedriger Sicherheitsfaktor auf der Seite des Pilzbefalls. Die Standsicherheit ist zwar derzeit noch gegeben, der Baum wird aber nun jährlich visuell kontrolliert und bei Bedarf oder in etwa zwei bis drei Jahren eine weitere Untersuchung durchgeführt.

Erläuterung Dynamische Neigungsmessung/Windreaktionsmessung zur Überprüfung der Standsicherheit

Zur Überprüfung der Standsicherheit, also wie gut ein Baum im Boden verankert ist, wird in der Nähe des Baumes ein Windmesser (Anemometer) auf einer bis zu zehn Meter hohen Stange montiert. Gleichzeitig misst ein Neigungssensor (Inklinometer) mit einer Genauigkeit von 0,001 Grad die Neigung des Baumes in zwei senkrecht zu einanderstehenden Richtungen. Alle Geräten haben einen integrierten GPS-Empfänger, um die Uhrzeiten zu synchronisieren. Die Werte werden über einen längeren Zeitraum aufgezeichnet, so dass durch statistische Annäherung die Daten ausgewertet werden können. Eine Software (DynaRoot for Windows) berechnet wie standsicher der Baum ist. Für die Untersuchung wird DynaRoot von FAKOPP ENTERPRISE BT., Ungarn, verwendet. 

„Die gemessene Windgeschwindigkeit (umgewandelt in Winddruck) und Neigungsdatenpunkte werden zusammen mit der tangentialen auf die Werte angepassten Kurve in einem Diagramm dargestellt. Die Software berechnet den kritischen Winddruck […] und den Korrelationskoeffizienten. Je höher der Koeffizient, desto besser die Daten […] (1 bedeutet perfekte Korrelation.) Schließlich wird auch der Sicherheitsfaktor (SF) berechnet. Ein Sicherheitsfaktor über 1,5 stellt ein geringes Risiko dar und einer unter 1,0 ein ernstes Risiko der Entwurzelung. Wenn der Sicherheitsfaktor zwischen 1,0 und 1,5 liegt, ist das Risiko moderat.“ (DynaRoot Anleitung, Übersetzung des Autors, DynaRoot Dynamic Root Evaluation System User’s Manual vom 07. März 2017

 

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