Dieser Beitrag wurde am 30. August 2015 veröffentlicht und ist möglicherweise nicht mehr aktuell.

Ein privater Baumeigentümer aus dem westlichen Landkreis Ravensburg hat Baumsicht mit der Untersuchung eines Walnussbaumes (Juglans regia) auf seinem Grundstück beauftragt. Der Baum stand ursprünglich mit anderen Gehölzen auf einer Wiese, bevor die Fläche zu einem  Wohngebiet wurde. Die Walnuss befindet sich jetzt zwischen Straße und Garagenzufahrt und hat leider während der Baumaßnahmen große Wunden am Stamm erlitten. Die Verletzungen, bei denen starke Äste abgetrennt wurden, sind jedoch sehr gut überwallt. Lediglich an der größten Wunde konnte ein älterer Pilzfruchtkörper des Schuppigen Porlings (Polyporus squamosus) aufgefunden werden. Mit dem Sondierstab wurde dort zudem eine Fäule festgestellt. Beim Abklopfen mit dem Schonhammer war kein außergewöhnlicher Klang zu hören.

Baumuntersuchung: Astungswunden und Sensoren

Astungswunden und Sensoren

Schalltomographie in drei Ebenen

[white_box]Rings um den Stamm werden Sensoren mit einem spitzen Dorn in den äußeren Jahrring eingebracht, welche untereinander und mit einem Computer verbunden sind. Beim Klopfen auf jeweils einen Sensor messen die anderen Senoren die Zeit, die der Schall bzw. Impuls zu ihnen durch das Stamminnere benötigt. Dies wird an zehn Sensoren durchgeführt, so dass ein Netz aus den verschiedenen Laufzeiten entsteht. Ist das Holz morsch oder bei einer Höhlung nicht mehr vorhanden, braucht der Impuls länger als in gesundem Holz. Eine Software errechnet daraus ein farbiges Tomogramm, das den Zustand im Baum darstellt. Die Untersuchung ist nahezu verletzungsfrei und sehr aussagekräftig.[/white_box]

Zunächst wurde eine Schalltomographie auf Höhe der beschriebenen Verletzung durchgeführt. Hier konnte bei Sensor 2 eine Fäule von etwa 7 % des Stammquerschnittes festgestellt werden. Im Inneren des Stammes war die Ausbreitung des Impulses normal.

Schalltomogramm

Schalltomogramm der mittleren Messebene, Wunde mit Fäule bei Sensor 2

Um festzustellen, ob sich die Fäule nach oben, unten oder an den anderen Verletzungen ausbreitet, wurde in zwei weiteren Ebenen eine Tomograhie durchgeführt, bei denen keine weiteren nennenswerten Defekte erkannt wurden.

Schalltomogramm 3D

3D-Ansicht mit mehreren Messebenen

Sofern der Baum seine gute Vitalität behält, ist mit keiner größeren Ausbreitung der Fäule in den nächsten Jahren zu rechnen. Die Walnuss kann also noch Jahrzehnte mit ihrem tollen Wuchs und leckeren Nüssen begeistern.

Weitere Informationen zur Baumuntersuchung finden Sie unter Angebote.